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Finanzen Geldanlage

Was ist eigentlich Festgeld?

“Festgeld” hört sich solide, aber auch irgendwie langweilig an. Für manchen vielleicht sogar starr und sperrig. Oder so wie “Zähneputzen”: ein bisschen lästig, aber notwendig. Stimmt alles irgendwie ein bisschen. Aber wir wollen es jetzt mal ganz genau wissen:

Was bedeutet Festgeld überhaupt?

Der Definition nach ist Festgeld “eine Geldanlage mit einer fest vereinbarten Laufzeit zu einem fest vereinbarten Zinssatz”. Diese “feste Vereinbarung” wird zwischen dem Geldinstitut (= der Bank) und dem Anleger (= dem Bankkunden) getroffen.

Wie werden die Vereinbarungen getroffen?

Im Prinzip kannst Du mit Deiner Bank reden und für beide Seiten passende Konditionen (Laufzeit und Zinssatz) aushandeln. In der Regel bestimmt jedoch die Bank, wo es langgeht. Sie sagt, wie viele Zinsen Du für unterschiedliche Laufzeiten bei ihr bekommst. Du entscheidest dann, ob Du das Angebot annimmst oder zu einer anderen Bank gehst.

Was heißt das für Dich als Festgeld-Anleger?

Du “musst” die Angebote der verschiedenen Banken vergleichen und Dir das beste oder momentan günstigste Angebot heraussuchen. Kurz gesagt: Du guckst, wo Du die meisten Zinsen bekommst.

Dabei wirst Du feststellen, dass die Zinsen von der Laufzeit abhängig sind. Je länger Du Dein Geld bei der Bank lässt, desto mehr Zinsen wird sie Dir zahlen. Du musst Dich also entscheiden, wie lange Du auf Dein Geld verzichten möchtest oder kannst, denn Du bekommst es erst zum vereinbarten Zeitpunkt wieder zurück.

Je länger Du wartest, desto mehr Geld wird Dir ausgezahlt, denn auch die Zinsen bekommst Du meistens erst am Ende der Laufzeit ausgezahlt.

TIPP: Guck Dir Deinen Sparvertrag genau an, denn es gibt einige Variationen von Festgeld. Achte vor allem auf diese Punkte:

  • Musst Du Dein Festgeldkonto kündigen oder zahlt Dir die Bank das Geld “automatisch” am Laufzeitende aus? Ist eine Kündigung erforderlich, verlängert sich die Geldanlage nämlich “automatisch” zu den dann gültigen Konditionen. Brauchst Du das Geld, musst Du rechtzeitig an die Kündigung. denken!
  • Zahlt die Bank die Zinsen jährlich aus oder erst am Ende der Laufzeit? Bei einer jährlichen Auszahlung werden die Zinsen nicht gutgeschrieben und auch nicht mit verzinst. Werden sie am Laufzeitende ausgezahlt, ist die Rendite höher. Dafür musst Du, wenn Du den Freibetrag für Kapitalerträge übersteigst, eventuell höhere Steuern zahlen.
  • Wann werden die Zinsen berechnet? Sobald die Zinsen auf Deinem Festgeldkonto gutgeschrieben sind, werden sie auch verzinst. Das nennt man Zinseszinsen. Sie erhöhen Deine Rendite.
    Es gibt (wenige) Festgeldkonten auf denen die Zinsen quartalsweise oder halbjährlich berechnet werden. Hier kommt der Zinseszinseffekt besonders gut zum Tragen und Du bekommst eine höhere Summe ausgezahlt, als bei jährlicher Zinsberechnung oder gar -auszahlung.

Welche Anlagedauer ist die beste für mich?

Das kannst Du nur selber beantworten, aber hier ist eine kleine Hilfe für Dich. Stell Dir folgende Fragen:

  • Ist mein Notgroschen groß genug bemessen, dass ich dieses Geld tatsächlich nicht plötzlich benötige? Wenn das nicht der Fall ist, dann stocke zuerst Deinen Notgroschen aus.
  • Brauche ich das Geld zu einem festen Zeitpunkt zum Beispiel für einen Urlaub, ein neues Auto, die Ausbildung der Kinder oder den Kauf von Haus oder Wohnung? Wann ist dieser Zeitpunkt? Damit hast Du Deine Anlagedauer praktisch schon ermittelt.
  • Ist das Geld für den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge gedacht? Dann solltest Du es möglichst langfristig anlegen, abhängig von der jeweiligen Zinsphase jedoch eventuell aufteilen.

So schwer war das jetzt gar nicht, oder? Hast Du unter Punkt 2 verschiedene Zeitpunkte ermittelt oder Dich für Punkt 3 entschieden, dann verteile Dein Geld eventuell auf mehrere Festgeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Wie teile ich mein Festgeld richtig auf?

Brauchst Du unterschiedliche Summen zu verschiedenen Zeitpunkten, dann wählst Du Deine Festgeldanlagen entsprechend aus. Hier sind ein paar Beispiele:

  • In drei Jahren möchtest Du ein neues Auto kaufen. Dafür hast Du das Weihnachts- und Urlaubsgeld der nächsten Jahre eingeplant:
    Die Sonderzahlungen des laufenden Jahres legst für drei Jahre fest (36 Monate), die des nächsten Jahres für zwei Jahre (24 Monate) und die des darauffolgenden Jahres für ein Jahr (12 Monate). In drei Jahren werden alle drei Festgeldkonten fällig und Du bekommst die entsprechenden Beträge inklusive Zinsen ausgezahlt.
  • Du planst, in fünf Jahren eine neue Küche für 8.000 Euro zu kaufen und möchtest in zwei Jahren eine tolle Reise für 3.000 Euro unternehmen. Das Geld hast schon auf dem Tagesgeldkonto angespart, geerbt oder geschenkt bekommen.
    Du eröffnest zwei Festgeldkonten:
    Auf das erste Konto mit einer Laufzeit von fünf Jahren buchst Du 8.000 Euro, auf das zweite Konto mit einer Laufzeit von nur zwei Jahren überweist Du 3.000 Euro.
    Diese Konten musst Du nicht zwangsläufig bei der gleichen Bank eröffnen. Je nach Laufzeit bieten Dir vielleicht unterschiedliche Banken den besten Zinssatz. Das kannst Du ruhig nutzen.
  • Du hast eine größere Summe geerbt, weißt aber noch nicht, was Du damit anfangen möchtest und wann Du das Geld benötigst:
    Du kannst das Geld in einer Summe auf einem Festgeldkonto mit einer Laufzeit Deiner Wahl anlegen. Zum Beispiel drei Jahre, wenn Du denkst, dass Du das Geld in dieser Zeit ziemlich sicher nicht ausgeben möchtest.
    Du kannst die gesamte Summe aber auch auf unterschiedliche Laufzeiten aufteilen, zum Beispiel je ein Fünftel für ein, zwei, drei, vier und fünf Jahre. So kannst Du jedes Jahr über eine gewisse Summe verfügen oder diese neu anlegen.
    TIPP: Diese Variante der Geldanlage bietet sich auch an, wenn Du auf steigende Zinsen hoffst. Ist der Zinssatz tatsächlich gestiegen, wählst Du ein lange Laufzeit. Beim Investieren für die Altersversorgung kommen dann auch Laufzeiten bis zu zehn Jahren oder mehr infrage.

Wie geht es weiter?

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