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Grundlagen der Geldanlage

Du hast Dich entschieden, mit dem Geld anlegen zu beginnen? Herzlichen Glückwunsch, Du hast eine gute Entscheidung getroffen! Du weißt noch nicht, wie Du anfangen sollst? Macht nichts, in diesem Artikel lernst Du die Grundlagen der Geldanlage kennen. Fangen wir an!

Was heißt “Geldanlage” überhaupt?

“Geld anlegen” heißt, dass Du Dein Geld (= Dein Vermögen oder eine regelmäßige Sparrate) bei einem Geldinstitut (= Bank, Bausparkasse, Fondsgesellschaft, Versicherung oder Kapitalgesellschaft) anlegst/”sparst”/investierst, mit dem Zweck, eine gute Rendite zu erwirtschaften. Oder anders ausgedrückt: Dein Vermögen zu vermehren.

Warum steht “sparen” in Anführungszeichen? Weil Sparen in der Regel der Erfüllung eines Wunsches (Urlaub) oder Zweckes (neue Waschmaschine) dient und nicht der Geldvermehrung/dem Vermögensaufbau. Den Unterschied erkläre ich Dir genauer im Artikel “Sparen und Investieren: Was ist der Unterschied?

Brauche ich eine Geldanlage überhaupt?

Wenn Du ein kleines oder größeres Vermögen aufbauen, für Deine Zukunft oder das Alter vorsorgen möchtest, dann kommst Du um eine Geldanlage nicht herum. Das Geld im Sparstrumpf wird zwar auch mehr, wenn Du immer wieder etwas reinsteckst, aber Du bekommst keine Zinsen und der Wert sinkt durch die Inflation ständig.

100 Euro von heute sind in 20 oder 30 Jahren nur noch einen Bruchteil wert. Das Ziel der Geldanlage heißt also: den Wert Deines Vermögens vermehren oder zumindest erhalten.

Wie kann ich mit dem Geldanlegen anfangen?

Wenn du Dich noch nie mit dem Thema Geldanlage beschäftigt hast, eröffne am besten erst mal ein Tagesgeldkonto. Das wirst Du auf jeden Fall brauchen (oder auch mehrere: für Deinen Notgroschen, als Verrechnungskonto für Aktien- und/oder ETF-Sparpläne). Per Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung richtest Du einen Sparplan für dieses Konto ein.

Hast Du schon ein paar Rücklagen für Notfälle/unvorhergesehene Ausgaben gebildet oder ein altes Sparbuch/Sparkonto? Ein solcher “Notgroschen” ist die unverzichtbare Grundlage, aber kein direkter Teil Deiner Geldanlage. Er ist nämlich wirklich nur für den Notfall gedacht. Im Idealfall befindet sich Dein Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto. Warum? So kannst Du bei Bedarf jederzeit in vollem Umfang darüber verfügen und bekommst außerdem noch Zinsen. Zwar nicht viel, aber immerhin etwas.

Da ein Tagesgeldkonto in der Regel nur eine geringe Rendite erwirtschaftet, brauchst Du zusätzlich eine Anlageform, die Dein Vermögen “richtig” wachsen lässt. Darum kümmern wir uns jetzt:

Welche (seriösen) Anlageformen gibt es?

Im Internet wirst Du eine Menge von “Anlageformen” finden, die mehr oder weniger seriös sind. Grundsätzlich ist festzustellen, dass ALLE Finanzprodukte, die Dir einen schnellen Gewinn oder Zinsen deutlich über dem marktüblichen Zinssatz versprechen, als unseriös oder zumindest spekulativ eingeordnet werden müssen! Das Risiko eines Totalverlustes ist mindestens genauso hoch, wie die Chance auf ein “gutes Geschäft”! Lass lieber die Finger davon (oder verwende eine kleine Summe, auf die Du gut verzichten kannst, als Spielgeld). Eine der wichtigsten Grundlagen der Geldanlage heißt also: Halte Dich an seriöse Anlageformen!

Im Prinzip gibt es für Dich drei Möglichkeiten:

  • Zinsprodukte
  • Immobilienwerte
  • Firmenbeteiligungen

Innerhalb dieser Kategorien kannst Du dann zwischen unterschiedlichen Produkten wählen. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Mischung aus mindestens zwei, eventuell auch allen drei Anlageformen. Das heißt aber nicht, dass Du in jede Kategorie investieren musst oder solltest. Möglicherweise ist die eine oder andere gar nicht für Dich geeignet oder Du möchtest sie einfach nicht nutzen. Das wirst Du jetzt herausfinden:

Seriöse Zinsprodukte

Seriöse Zinsprodukte sind das Wichtigste, wenn Du Dich mit den Grundlagen der Geldanlage beschäftigst. Sie sorgen für Sicherheit in Deinem Depot, denn ein Totalverlust ist im Prinzip ausgeschlossen. Die wichtigsten Varianten sind:

  • Festgeld
  • Sparbriefe
  • Bundeswertpapiere, wie zum Beispiel Bundesanleihen
  • Tagesgeld, sofern es gut verzinst wird

Informiere Dich über die aktuellen Konditionen und entscheide Dich für eine oder mehrere Varianten.

Hier kannst Du weiterlesen:

Immobilienwerte

Denkst Du jetzt, dass Du ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen sollst? Jein, das ist zwar tatsächlich eine Investition in Immobilienwerte, aber nicht die einzig mögliche.

Du kannst Dich schon mit kleinen Beträgen an Immobilien beteiligen, indem Du in einen Offenen Immobilienfonds investierst. Allerdings sollte dieser Teil Deiner Geldanlage nicht mehr als etwa zehn bis 15 Prozent betragen.

TIPP: Besitzt Du eine eigene Immobilie, egal ob Haus oder Wohnung, dann solltest Du nicht zusätzlich in einen Immobilienfonds investieren. Das gilt auch, wenn Du in (naher) Zukunft einen Kauf planst.

Firmenbeteiligungen

Natürlich sollst Du Dich nicht mit einer großen Summe in eine Firma einkaufen oder ein Aktienpaket eines einzelnen Unternehmens erwerben. Nein, auch hier gilt es, “das Risiko breit zu streuen” = nicht alles auf eine Karte zu setzen. Aktiv gemanagte Aktienfonds oder ETFs sind die (ideale) Lösung für Dich.

TIPP: Unternehmensanleihen sind keine Beteiligungen, sondern Kredite, die einem mehr oder weniger großen Risiko auf Totalverlust unterliegen! Wird die Firma zahlungsunfähig, dann bekommst Du im schlimmsten Fall weder Zinsen noch Dein eingesetztes Kapital zurück.

Hier kannst Du weiterlesen:

Was mache ich, wenn ich plötzlich viel Geld bekomme?

Du hast eine mehr oder weniger große Summe geerbt, eine Sonderzahlung bekommen, Dein Auto oder Deine Wohnung verkauft? Prima, dann kannst Du das Geld ja anlegen! Für die Einmalanlage (= eine größere Summe auf einmal investieren) gelten die gleichen Grundanlagen der Geldanlage, wie für Deine Sparpläne:

  • Risikoeinschätzung: Überprüfe Deine Risikobereitschaft! Bei welchen Kursschwankungen kannst Du noch gut schlafen? Bei einer größeren Anlagesumme sind 10 Prozent Schwankungen vielleicht doch schon beängstigend.
  • Anlagehorizont: Wie lange möchten Du das Geld anlegen? Möchtest Du damit in einigen Jahren vielleicht eine Immobilie finanzieren oder dient es der Altersvorsorge? Je länger Du Dein Geld anlegst, desto höher darf der Aktienanteil in Deinem Depot sein. Planst Du eine Anlage für weniger als fünf Jahre, dann ist das Risiko von Kursschwankungen zu hoch und du solltest besser komplett auf Zinsprodukte setzen.
  • Diversifikation: Verteile die zur Verfügung stehende Summe entsprechend Deiner Risikoeinschätzung auf mehrere Anlageklassen und -produkte.

Du kennst nun die Grundlagen der Geldanlage. Wohin der Weg Dich führen kann, liest Du in dem Artikel “100.000 Euro sparen – (wie) schaffe ich das?“.

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