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Finanz-Glossar

Bankendeutsch ist fast so kompliziert wie Amtsdeutsch. Hier ist eine Liste mit “Fachbegriffen”, die Dir in der Finanzwelt immer wieder begegnen werden:

  • Aktien = Unternehmensanteile. Kaufst Du eine Aktie, dann gehört Dir ein (kleiner) Teil des Unternehmens, das diese Aktie ausgegeben hat.
  • Aktiengesellschaft = eine Kapitalgesellschaft/ein Unternehmen. Das Grundkapital wird von einzelnen Gesellschaftern (= Anteilseignern/Aktionären) aufgebracht.
  • Anlagehorizont = Anlagedauer – Zeit, für die Du Dein Geld anlegen möchtest oder kannst. Bei der Altersvorsorge ist das zum Beispiel die Zeit bis zu Deinem geplanten Rentenbeginn, bei der geplanten Neuanschaffung eines Autos vielleicht sechs oder acht Jahre.
  • Anlageklasse = eine Gruppe von Geldanlagen, die ähnliche Risiken und Renditechancen haben. Die drei Hauptanlageklassen sind Unternehmensanteile (meistens Aktien und/oder Fonds), Zinspapiere/-anlagen (meist Festgeld, Anleihen und Rentenpapiere) sowie Immobilien (direkt oder in Form von Immobilienfonds).
  • Budget = Haushaltsplan, also die Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben. Umgangssprachlich werden die zur Verfügung stehenden Geldmittel als Budget bezeichnet.
  • Cost-Average-Effekt = Kosten-Durchschnitt: Indem Du bei einem Fondssparplan regelmäßig einen festen Betrag investierst, kaufst Du viele Anteile, wenn der Kurs niedrig ist und weniger Anteile bei einem höheren Kurs. Dadurch sinkt Dein durchschnittlicher Kaufpreis.
  • DAX = Deutscher Aktienindex, er misst die Wertentwicklung der 40 wichtigsten deutschen Aktien.
  • Diversifikation = die Verteilung von Geldanlagen/Investitionen auf verschiedene Anlageformen und Risikoklassen. Dadurch verminderst Du das Risiko Deines Portfolios (Deiner gesamten Geldanlagen).
  • Dividende = der Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Dividende wird in der Regel pro Aktie berechnet, egal, wie der Kurs gerade steht und zu welchem Kurs Du gekauft hast.
  • Dividendenrendite = das Verhältnis der Dividende zum aktuellen Aktienkurs, also der prozentuale Gewinn einer Aktie. Berechnung: Dividende pro Aktie geteilt durch den aktuellen Kurs multipliziert mit 100.
  • Einmalanlage = einmalig angelegter Geldbetrag. Im Gegensatz zum Sparplan legst Du hier eine (meist größere) Summe auf einmal an.
  • ETF = Exchange Traded Fund. Ein ETF bildet einen Index nach und kann an der Börse ge- und verkauft werden.
  • Festgeld = Geldanlage, bei der Du einen Betrag für eine festgelegte Zeit zu einem vorher bestimmten Zinssatz anlegst. Über Festgeld kannst Du während der Laufzeit nicht verfügen, sondern erst am Ende.
  • Fonds = ein großer “Topf” mit verschiedenen Wertpapieren, von denen Du einen oder mehrere Anteile (= Fondsanteile) kaufen kannst. Es gibt unterschiedliche Fonds, wie zum Beispiel reine Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds oder gemischte Fonds, sowie ETFs.
  • Fondsvermögen = alle im Fonds befindlichen Vermögenswerte, zum Beispiel Aktien, Wertpapiere, Immobilien.
  • Freistellungsauftrag = Auftrag an Deine Bank, die anfallenden Erträge (Zinsen, Dividenden) nicht zu besteuern, sondern komplett an Dich auszubezahlen. Jedem Sparer steht ein Freibetrag zu, der nicht versteuert werden muss. Bis zu diesem Betrag kannst Du einen oder mehrere Freistellungsaufträge nutzen.
  • gemanagte Fonds = Fonds, bei denen ein Fondsmanager über die Verwendung des Fondsvermögens entscheidet. Er entscheidet selbständig über den Kauf und/oder Verkauf von den einzelnen Geldanlagen.
  • geschlossene Fonds = “Fonds” mit einem vorher festgesetzten Kapitalbedarf, die über eine festgelegte Zeit laufen sollen. Ist das erforderliche Kapital “eingesammelt”, dann wird der Fonds geschlossen. Ein Verkauf der Anteile während der Laufzeit ist nicht oder nur sehr schwer möglich. Es handelt sich um eine Unternehmensbeteiligung mit dem vollen unternehmerischen Risiko, nicht um einen klassischen Aktienfonds.
  • Girokonto = Zahlungsabwicklungskonto. Es ist nur dazu da, dass Du darüber Zahlungen abwickeln kannst (Gehalt bekommen, Überweisungen tätigen, Lastschriften abbuchen lassen), nicht zum Sparen.
  • Index = Kennzahl oder Vergleichsgröße. Im Sinne der Finanzen ist ein Index ein “Korb” mit Aktien oder Wertpapieren, der einen bestimmten (Teil-)Markt oder eine Strategie repräsentiert. Der Index bildet die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Marktes nach und dient so als Vergleichsmaßstab für eigene Investments oder Fonds.
    Beispiel: Der DAX ist die Kennzahl für die Wertentwicklung der wichtigsten 40 deutschen Aktien. Ein Aktienfonds mit deutschen Aktien wird daran gemessen, ob er den DAX “schlägt”, also eine bessere Kursentwicklung zeigt als der DAX.
  • Investition = Anlegen/”Sparen” von Geld, mit dem Zweck, dieses zu vermehren/Gewinne zu erwirtschaften. Investitionen sind in der Regel langfristig angelegt und dienen nicht der Erfüllung von Konsumwünschen.
  • Kontoeröffnungsantrag = Formular, dass Du für die Eröffnung eines Kontos (Giro-, Spar-, Tagesgeld-, Festgeldkonto) ausfüllen musst. In der Regel kannst Du direkt auf der Internetseite der Bank ausfüllen oder herunterladen.
  • Kredit = Geld, das Du Dir (von der Bank, aber auch von anderen Institutionen oder Privatpersonen) ausleihst, mit der Zusage/Verpflichtung, es später wieder zurückzuzahlen. In der Regel werden dafür Zinsen verlangt.
  • Kreditwürdigkeit = die Fähigkeit/Chance, Kredite zu erhalten. Dabei wird Deine Fähigkeit, Schulden zurückzahlen zu können, anhand verschiedener Kennzahlen/Deiner finanziellen Situation und Deines Einkommens bewertet.
  • Liquidität = die Möglichkeit, eine Geldanlage schnell wieder zu verkaufen/zu Bargeld zu machen, ohne dabei einen größeren Verlust in Kauf nehmen zu müssen.
  • Marktrisiko = Risiko, dass Du finanzielle Verluste aufgrund der Änderung des Marktpreises erleidest. Es gibt verschiedene Arten von Marktrisiken, zum Beispiel Aktienkursrisiko, Rohstoffpreisrisiko, Wechselkursrisiko oder Zinssatzrisiko.
  • Notgroschen = Geld, dass Du für Notfälle (Reparaturen, Arbeitslosigkeit, längere Krankheit oder plötzlich notwendige Neuanschaffungen) beiseitelegen solltest. Im Idealfall “parkst” Du das Geld auf einem verzinsten Konto, über das Du frei verfügen kannst, also auf einem Tagesgeldkonto.
  • offene Fonds = Die Anteile an einem offenen Fonds kannst Du jederzeit kaufen oder verkaufen. Der Fonds hat keine feste Laufzeit, kann also (theoretisch) “ewig” bestehen.
  • Portfolio = Dein gesamtes Vermögen, also Bankguthaben, Bargeld, Haus, Auto oder was immer Du sonst noch besitzt. Im Finanzjargon sind damit allerdings meistens Deine verschiedenen Geldanlagen gemeint (also ohne Bargeld, Auto, Möbel und Gebrauchsgegenständen).
  • Post-Ident-Verfahren = Methode der persönlichen Identifizierung, die durch die Deutsche Post durchgeführt wird, zum Beispiel bei der Kontoeröffnung.
  • Referenzkonto = meist ein Girokonto (bei Sparplänen oft auch ein Tagesgeldkonto), das mit einem Sparkonto oder Wertpapierdepot verknüpft ist. Ein- und Auszahlungen laufen dann nur über das vorher festgelegte Referenzkonto.
  • Rendite = Ertrag, den Du innerhalb einer bestimmten Zeit (eines Jahres) mit Deiner Geldanlage erwirtschaftest.
  • Renditechance = die Möglichkeit, eine (bestimmte oder gewünschte) Rendite erhalten zu können.
  • Rentenfonds = Fonds, der ausschließlich oder zum weit überwiegenden Teil in Anleihen investiert.
  • Risiko = die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit eines finanziellen Verlustes (Teil- oder Totalverlust). Auch die Schwankungen in der Wertentwicklung einer Geldanlage (z.B. die Kursschwankungen bei Aktien) werden als Risiko bezeichnet.
  • Risikobereitschaft = Deine Bereitschaft, bei der Geldanlage das Risiko eines Verlustes einzugehen. Sie ist abhängig von Deiner Lebenssituation, Deiner finanziellen Situation und Deinen (finanziellen) Zielen.
  • Sondervermögen (im Sinne der Geldanlage) = rechtlich vom Vermögen der ausgebenden Investmentgesellschaft getrennte Gelder der Fondsanleger beziehungsweise damit gekaufte Vermögenswerte (=Fondsvermögen). Nur das Fondsvermögen von offenen Fonds gilt als Sondervermögen und ist damit auch bei einer Insolvenz der ausgebenden Gesellschaft geschützt.
  • Sparen = das Beiseitelegen oder Ansammeln von Geld für spätere Ausgaben und/oder Bedürfnisse. Im Gegensatz zum Investieren dient gespartes Geld meist der Erfüllung von Konsumwünschen (Urlaub, neues Auto, Möbel).
  • Sparerpauschbetrag = Freibetrag (in Deutschland), bis zu dessen Höhe Du Deine Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden) nicht versteuern musst. Stand 2024 beträgt der Sparerpauschbetrag 1.000 Euro pro Person. Bekommst Du mehr, dann muss der darüber hinausgehende Betrag versteuert werden.
  • Sparplan = Vertrag zwischen Dir und Deiner Bank (oder einer anderen Kapitalanlagegesellschaft) über regelmäßige Einzahlungen in eine Geldanlage, also auf ein Sparkonto, in einen Fonds oder ETF. Meistens erfolgen die Einzahlungen monatlich zu einem vereinbarten Zeitpunkt. Oft kannst Du auch andere Intervalle wählen (quartalsweise oder halbjahrliche Einzahlungen).
  • täglich fällig = Über täglich fälliges Geld kannst Du jederzeit verfügen, es kann Dir praktisch jeden Tag/sofort/ohne Wartezeit ausgezahlt beziehungsweise auf Dein Girokonto überwiesen werden.
  • Tagesgeldkonto = meist verzinstes Konto ohne Zahlungsfunktion, über dessen Einlage Du täglich frei verfügen kannst. Du kannst damit keine Überweisungen tätigen oder Geld am Automaten abheben, sondern nur beliebig hohe Beträge auf das hinterlegte Referenzkonto überweisen.
  • TAN =Transaktionsnummer = Einmalpasswort, meist bestehend aus sechs Ziffern, das vorwiegend im Online-Banking verwendet wird, zum Beispiel um eine Überweisung zu bestätigen. Es gibt unterschiedliche TAN-Verfahren, die teilweise über das Smartphone, teils aber auch über externe Geräte laufen.
  • Verrechnungskonto = Konto, auf dem Deine Ein- und Auszahlungen für Deinen Sparplan getätigt werden. Manchmal ist das Dein Girokonto, oft aber auch eine extra dafür verwendetes Tagesgeldkonto.
  • Vorschusszinsen = Zinsen oder Gebühren, die Du Deiner Bank zahlen musst, wenn Du vorzeitig Geld von Deiner Spareinlage abhabst. In der Regel betragen die Vorschusszinsen ein Viertel/25 Prozent des vereinbarten Sparzinses.
  • Zinsen = der Preis, der für das Ausleihen von Geld gezahlt wird. Guthabenzinsen bekommst Du, wenn Du Dein Geld der Bank zur Verfügung stellst (= es anlegst), Kreditzinsen zahlst Du dagegen für das Ausleihen von Geld (= Kredite).
  • Zinsprodukte = Formen der Geldanlage, bei denen Zinsen gezahlt werden, also zum Beispiel Festgeld, Tagesgeld, Anleihen, Sparbriefe …

Wenn Dir der eine oder andere Begriff in dieser Liste fehlt, dann schreib das gern in den Kommentaren, damit ich das Glossar entsprechend vervollständigen kann.

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