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Geldanlage

Sind ETFs sicherer als gemanagte Aktienfonds?

Oft wird behauptet, ETFs seien sicherer als gemanagte Aktienfonds. Das stimmt jedoch nicht generell. ALLE Fonds, also auch ETFs unterliegen dem sogenannten Marktrisiko, daran lässt sich auch nichts ändern. Zum Gesamtrisiko zählen jedoch noch einige andere Faktoren, die einen ETF sicher machen können.

Was heißt “Gesamtrisiko”?

Für einen konstanten Vermögensaufbau solltest Du vor allem auf Anlageformen mit der Chance auf eine gute Rendite, gleichzeitig aber einem möglichst geringen Gesamtrisiko setzen. Doch was ist das eigentlich? Das Gesamtrisiko setzt sich aus dem Marktrisiko und dem Spekulationsrisiko zusammen.

Was heißt “Marktrisiko”?

Als Marktrisiko wird das allgemeine Risiko für sich verändernde Preise bezeichnet. Du kennst diese Art von Risiko bereits aus dem Supermarkt oder bei den Energiepreisen. Das Marktrisiko kannst Du nicht beeinflussen.

Im Fall von Aktien und/oder Aktienfonds ist dies das Risiko fallender Aktienkurse. Es ist völlig normal, dass die Kurse an der Börse schwanken. Auch ETFs auf Aktienmärkte unterliegen diesem Risiko. Man könnte also sagen: Ein ETF ist so sicher, wie der Markt, den er abbildet.

Sinkt zum Beispiel der DAX (Deutscher Aktien Index), dann sinken auch die Kurse der ETFs, die sich am DAX orientieren. Schwankungen am Kapitalmarkt sind nicht ungewöhnlich, sie gehören einfach dazu. In der Regel erholen sich die Kurse wieder. Das kann jedoch auch mal einige Jahre dauern, statistisch sogar bis zu etwa 16 Jahren.

Das macht deutlich, dass Du Dir Zeit nehmen solltest, wenn Du in Aktien(-Fonds) oder ETFs investierst: Es handelt sich um eine langfristige Geldanlage. Du kannst Deine Anteile zwar jederzeit verkaufen, musst dann aber unter Umständen Verluste akzeptieren. Aus diesem Grund solltest Du nur solche Beträge in Aktien und Fonds investieren, auf die Du mindestens fünf Jahre (besser länger) nicht angewiesen bist. Mehr darüber kannst Du im Artikel “ETF: Was ist das?” lesen.

Was heißt dann “Spekulationsrisiko”?

Du spekulierst, wenn Du etwas kaufst, in der Erwartung, dass der Preis des gekauften Produktes steigt, und Du es anschließend gewinnbringend wieder verkaufen kannst. Eine Garantie für eine Preissteigerung gibt es aber nicht. Im Gegenteil, der Preis kann ebenso gut sinken, sodass Du nur mit Verlust verkaufen kannst. Du gehst also ein gewisses Risiko ein: Dies ist das Spekulationsrisiko.

Bei Aktien(-Fonds) und ETFs heißt das: Kaufst eine Aktie (einen Fonds oder ETF) mit großen Preisschwankungen, dann gehst Du ein hohes Risiko ein, dass der Kurs nicht die gewünschte Höhe erreicht und Du unter Umständen viel Geld verlierst. Kaufst Du dagegen wenig volatile Papiere (= wenig schwankende Kurse), dann ist das Risiko auf einen Totalverlust deutlich geringer.

TIPP: Als besonders spekulativ im Bereich der Finanzen gelten zum Beispiel Kryptowährungen. Die Erwartungen auf große Gewinne sind hoch, das Risiko hoher Verluste aber auch. Als solide Geldanlage sind sie daher nicht geeignet!

Indem Du das Spekulationsrisiko gering hältst (= keine spekulativen Geldanlagen kaufst), kannst Du auch das Gesamtrisiko mehr oder weniger verringern.

Welche ETFs sind spekulativ?

Grundsätzlich sind alle ETFs, die nicht breit streuen als mehr oder weniger spekulativ einzuordnen. Was heißt das genau?

ETFs auf den Weltindex MSCI World investieren so breit, wie nur irgend möglich. Daher gilt ein solcher ETF als sicher, obwohl sein Wert natürlich auch schwankt. Aber diese Schwankungen werden in der Regel früher oder später wieder ausgeglichen.

Je kleiner die Region und/oder je spezieller die Branche, in die ein Fonds oder ETF investiert, desto höher ist das Spekulationsrisiko.

Fazit

Ein ETF ist genauso spekulativ, wie der Markt, den er abbildet. Im Gegensatz zu einem aktiv gemanagten Aktienfonds entfällt jedoch das Risiko eines schlechten Managements. ETFs sind daher geringfügig sicherer als gemanagte Fonds im gleichen Markt. Allerdings ist die Chance auf höhere Gewinne, als der Markt sie bietet, gleich Null.

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